Eine Reise in den Yellowstone Nationalpark

Created: March 24, 2020

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Der Yellowstone Nationalpark wurde 1872 gegründet und ist der älteste Nationalpark der Welt (seit 1978 Weltnaturerbe). Wer die Möglichkeit hat, diesen phänomenalen Park einmal zu besuchen, der sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Dazu müsst ihr allerdings zuerst nach Wyoming. Technisch gesehen könntet ihr auch nach Montana oder Idaho, da der Park dank seiner Größe auch zu einem kleinen Teil in diese Staaten übergeht.

Wir sind damals von unserem Stopp beim Mount Rushmore hier her gekommen und somit teils durch Wyoming gefahren. Die Fahrt fand ich persönlich sehr angenehm und die Kulisse war öfters mal atemberaubend. Vor allem, wenn man durch Gebirge gefahren ist.

 

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Zum Park. Wer sich eine Unterkunft suchen möchte, der hat mehrere Optionen. Ihr könnt entweder direkt im Park übernachten, das ist natürlich preislich nicht gerade die billigste Variante oder etwas außerhalb. Der Park hat den Vorteil, ihr seid direkt vor Ort. Wir haben uns damals, da die Preise wirklich teuer waren, für ein Airbnb in Idaho Falls entschieden.

 

Kurzer Exkurs zu Idaho Falls. Der Ort ist quasi eine Mormonenhochburg und daher steht hier auch der erste erbaute Tempel der Mormonen in Idaho. Ist von außen ganz nett anzuschauen. Wer also die Lust und Laune besitzt…

 

Ansonsten ist Idaho Falls stolze 2 Stunden vom Park entfernt. Sieht auf der Karte näher aus, aber wie bekannt trügt diese in den USA doch das ein oder andere Mal. Die Fahrt ging aber ganz gut, von daher hatten wir damit kein Problem. Es gibt zudem mehrere Eingänge in den Park, ihr könnt euch also schlaumachen, von wo ihr die Erkundung starten wollt. Dazu sei aber gesagt, die Eingänge liegen nicht nur 10 Minuten voneinander entfernt. Wir sind durch den südlichen Eingang in den Park, zwecks der Nähe zu Idaho Falls.


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Wenn ihr vom südlichen Eingang kommt, ist das erste, auf was ihr trefft, das Grant Village Visitor Center. Bietet sich nach 2 Stunden Autofahrt an, da man hier kurz durchschnaufen kann. Allerdings war bei uns hier die Hölle los, weshalb wir nicht wirklich lange hier verharrt haben. Von dort ist der Park im Grund wie eine Acht aufgebaut. Man kann also eine große Runde fahren und den Park einmal umrunden oder bei ungefähr der Hälfte den Park kreuzen. So oder so werdet ihr eine Unmenge an Zeit aufbringen müssen, um alles zu sehen. Ich würde euch raten, je nach Zeit vor Ort, euch die Strecke schon vorab etwas zurechtzulegen.

 

Direkt neben dem Visitor Center ist meines Erachtens auch schon eines der Highlights des Parks. Die erste Geyser Basin! Atemberaubende Farben zeichnen sich hier in den Becken ab. Ich fand es ziemlich beeindrucken, was die Natur hier auf die Beine gestellt hat. Das fanden andere Menschen wohl auch, weshalb es hier recht vollgepackt war. Dennoch definitiv eines der Highlights! Man kann auf eingerichteten Holzwegen die einzelnen Becken ablaufen und hat so eine schöne Sicht.


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Das Geysir Gebiet erstreckt sich aber über eine weitere Strecke. Man kann also auch noch am West Thumb Punkt halt machen und einige schöne davon zu Gesicht bekommen. Hier hat man auch eine schöne Aussicht auf den Yellowstone Lake. Cool war hier, dass wir direkt vor Ort Elche zu Gesicht bekommen haben. Diese haben sich dort direkt neben den Wegen niedergelassen.

 

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Weiter geht es zu LeHardys Rapids. Das sind Stromschnellen, bei denen der Yellowstone River an Felsen gebrochen wird. Kurz zusammengefasst, es war ganz nett aber nichts was ich euch empfehlen würde, wenn man Zeitdruck hat oder sich zwischen Dingen entscheiden müsste.

Der Mud Volcano war dagegen etwas, was ich euch raten würde anzuschauen. Wie die Beschreibung schon zu erahnen lässt, geht es hier um einen Schlamm Vulkan. Früher war dieser wohl schon eine halbe Meile weit entfernt zu hören und hat den Schlamm baumhoch ausgespuckt. Nachdem dieser dann aber ausgebrochen ist, sind die Aktivitäten zurückgegangen. Dennoch sieht man auch heute noch das ein oder andere blubbern vor Ort. Eine kurze Wanderung führt euch zu Dragon's Mouth Spring. Hier wird Wasser und Dampf aus einer Höhle gesprudelt, was einen Klang eines Drachen nachmacht.

 

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Unsere Route führte danach zum Canyon Village. Hier kann man seine Beine so richtig an die Grenzen bringen, wenn man alle Routen abläuft. Wir sind mehr als nur eine Route gewandert und die Aussicht war jedes Mal atemberaubend. Empfehlen kann ich Uncle Tom's Trail. Dies ist der älteste Wanderweg, den es gibt und er führt euch direkt runter in den Canyon, vor den Wasserfall (Lower Falls). Dazu muss man vielleicht erwähnen, dass es 328 Stufen sind, die man hinabsteigen muss. Das hört sich erst einmal nach nicht viel an. Jedoch muss man die 328 Stufen auch wieder nach oben. Es gibt aber genügend Möglichkeiten, sich auf dem Weg auszuruhen. Man merkt es definitiv in den Beinen! Die Routen rund um den Canyon sind meiner Meinung nach alle lohnenswert. Vor allem, wenn man gerne wandert! Wer etwas Lauf faul ist, der kann sich auch mit Upper Falls begnügen. Hier ist man recht schnell. Auf dem Weg haben wir übrigens auch hautnah ein Bison gesehen.

 

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Leider ging der Tag dann auch recht schnell zu Ende und wir mussten uns entscheiden, was wir als Letztes sehen wollten. Wenn wir weiter nördlich Tower Roosevelt hätten fahren wollen, hätte uns das alleine dorthin um die 45 Minuten gekostet. Da das nur der Hinweg ist und zurück noch einmal 45 Minuten gewesen wären, haben wir uns für Norris Geyser Basin entschieden. Somit haben wir den Park nicht umrundet, sondern sind die Achterschleife gefahren und von dort dann wieder zum südlichen Eingang. Norris Geyser Basin hat sich natürlich noch einmal gelohnt. Das Becken an sich ist das heißeste im ganzen Yellowstone Park. Hier befindet sich mit dem Steamboat Geysir der größte aktive Geysir der Welt! Das Gebiet ist recht groß und man kann wie schon beim ersten Geyser die alles auf Holzwegen ablaufen. Wir waren gegen Sonnenuntergang hier und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die untergehende Sonne hat die Farben noch einmal extra hervorgehoben.

 

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An diesem Tag ging es für uns dann die restliche Acht zurück zum Ausgang und von dort wieder nach Idaho Falls. Doch wir hatten noch den darauffolgenden Tag eingeplant, um zurückzukehren. Zumindest auf unserer Durchreise nach Greate Falls in Montana. Von daher ging es morgens wieder ab ins Auto und zurück in den Park. Leider war auch hier wieder eine Entscheidung nötig. Entweder wir beenden den Park auf der rechten Seite, heißt wir machen die rechte Achterschlaufe zu Ende, oder auf der linken. Letztendlich haben wir uns für rechts entschieden, da wir die Hoffnung hatten, hier noch ein paar Tiere zu sehen.

 

Ein Trip zum Yellowstone Park ist natürlich kein richtiger Trip, wenn man nicht erneut wandern geht. Das haben wir dann auch noch einmal ausgiebig getan und sind am Tower Fall einige Wege abgelaufen. Wunderschöne Aussicht und was uns zu gute kam, es war so gut wie niemand unterwegs! Die Natur hier war wirklich sehr schön und man konnte perfekt die Seele baumeln lassen. Leider ist der Weg zum eigentlichen Wasserfall wohl schon seit 2004 geschlossen. Da dort Erosionen den Weg zerstört haben. Dennoch kann man einige schöne Stunden hier verbringen.

 

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Zum Abschluss unseres Yellowstone Park Trips warn wir bei Lamar Valley. Die weite Landschaft dort ist ziemlich geschaffen für die ansässigen Tiere im Park, weshalb man hier eine größere Chance hat die Tiere auch zu sehen. Für uns hat es sich vollends gelohnt, da wir eine große Bisonherde sehen konnten und weiter Tiere. Es hat sich wohl auch ein Naturspektakel angebahnt. An einer Stelle durch das Valley hatten sich einige Autos versammelt. Wir konnten nicht genau erkennen, was vor sich ging. Es waren jedoch einige Profi Fotografen vor Ort. Wir haben uns dann erkundigt, auf was man hier achten sollte. Ein Wolf hatte sich wohl auf die Lauer gelegt, um ein Tier das sich in einer Höhle zur Ruhe gelegt hatte zu erlegen. Ich bin mir leider nicht mehr sicher, welche Art Tier es war. Allerdings waren manche der Fotografen schon seit 5 Stunden vor Ort. Das war uns dann doch etwas zu lange, um dort auszuharren. Hier kann man jedoch Natur noch in ihrer eigentlichen Form erleben.


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Abschließen kann ich jedem, der schon einmal darüber nachgedacht hat den Yellowstone Park zu besuchen, raten, macht es! Der Park ist riesig, die Natur umwerfend, die Tiere majestätisch. Hätte ich die Chance dort noch einmal hinzugehen, würde ich nicht Nein sagen. Wer es liebt, in der Natur zu sein, wird auch den Yellowstone Park lieben.